Freitag, 30. Mai 2008

:: geht doch ::

nach sieben tage krankheit folgten sieben tage arbeit. mein projekt habe ich heute abgegeben. ein kolloquium gibt es nicht. einige der leute, die etwas abgegeben haben, habe ich heute morgen wirklich das erste mal gesehen. alles etwas seltsam. spanisch? vor einer woche saßen wir mittags einmal beim kaffee zusammen. ein internationaler tisch. und nach gut 9 monaten spanien war unser fazit, dass wir gerne einmal hierher ziehen würden. aber nur, wenn man von zu hause arbeiten kann, und so die langsamkeit umgeht. die langsamkeit, die es der kassiererin im supermarkt sogar erlaubt, während der kunden (schlange!) ihre neuen fingernägel anzukleben. in ruhe! kein quatsch, wirklich passiert! mir. und nur, wenn die läden auch mittags aufmachen und man nicht immer erst ab fünf kriegt, was man will. und nur, wenn die autofahrer endlich lernen, dass rot rot heißt und grün genau das gegenteil. und nur, wenn sie lernen, das recycling gut und schön ist, aber sie doch bitte auch nicht ihre alten wohnzimmermöbel auf den freien städtischen grundstücken abstellen. und nur, wenn auch die besitzer der kleineren hunde lernen, endlich eine plastiktüte mit auf den weg zu nehmen. und nur, wenn es endlich mal jemand schaffen sollte, die pflastersteine vor meinem haus fest zu machen, so dass mir nach einem regen nicht immer das wasser hüfthoch entgegenspritzt. also vielleicht nie. und dass hier bitte keine missverständnisse aufkommen - ich habe diese stadt, dieses land und diese menschen wirklich in mein herz geschlossen. ihre gelassenheit ist bewundernswert. ihr leben funktioniert auch, wenn sie sich nicht so streng an die regeln halten. und davon können wir deutsche uns manchmal auch eine scheibe abschneiden. geht doch!

Donnerstag, 22. Mai 2008

:: sabbelknochen 2.0 ::

was haben wir uns über die anständige telefonverbindung gefreut. meine oma und ich. als wir telefonierten, vor acht jahren. ich war gerade in den usa und sie rief mich zu meinem geburtstag an, um mir zu gratulieren. ich habe mich verändert. und mit mir die art, mir zum geburtstag zu gratulieren, mir neuigkeiten mitzuteilen, mir einen schmatzer zu schicken, mich nach dem wetter zu fragen, mir die klatschnachrichten über denundden zu verraten, einfach nur zu brabbeln. heute geht's über skype. mit mikrofon, webcam, und (fast) für umsonst. sogar in konferenz, mit raumbeschauung und mit sehen-was-die-person-selber-nicht-sieht-weil-keine-augen-im-hinterkopf-vorhanden-einstellung. telefonieren 2.0. ein wahnsinn. und all denen, die das auch gern das volle wunder hätten aber die ganze zeit dachten: 'hach nää, jetz lohnt sisch dat auch nich mehr, bald isse ja wieder da' - sag ich nun: 'ha, gaaar nicht!' 
die reise geht weiter - mein visum is da!




Freitag, 9. Mai 2008

:: barceloner? bacelonäer? barcelonis? barcas! ::
















































das selbe land, eine andere sprache. heute: katalan. ein wenig "rough", wie der brite zu sagen pflegt. ist ein bißchen wie ein kreuzworträtsel für uns - mit raten liegt man zumeist richtig! mittwoch morgen machen wir uns auf den weg. der zug fährt dreieinhalb stunden. anschließend laufen wir durch hunderte-meter-lange untergrundbahntunnel und fühlen uns, als würden wir schon durch halb barcelona laufen. ohne was zu sehen allerdings. hinter jeder ecke gibts immer noch eine, noch einen straßenmusikant und noch mehr poster, deren bedeutung wir erst am letzten tage unseres aufenthaltes herausfinden. am östlichen [dank verdrehtem corte inglès plan aber manchmal auch südlichem ende - danke, erfinder des nordpfeils!] der rambla erblicken wir das licht der welt - ein weiteres mal. schließlich finden wir unser hostel, nicht jedoch die in der wegbeschreibung als hinweis angegebenen hummer. aber auch diese können wir zu einem späteren zeitpunkt auf der anderen straßenseite in bronze gegossen, leider farblich etwas trist und daher hervorragend als hinweis der kategorie drei [eins = leicht] bei einer schnitzeljagd geeignet, entdecken. das hostel ist etwas spärlich ausgestattet, dafür dass es preislich jedoch das teuerste bisher in spanien war. allerdings ist ein gutes[preis-leistungsverhältnis] in barcelona offenbar schwer zu finden. aber es liegt sehr schön, und damit geben wir uns zufrieden. der erste tag gilt der orientierung, erkundung, des schlenderns und bestaunens. wir genießen die sicht vom palast auf die gesamte stadt, ich kriege heimatgefühle im [zufällig entdeckten] barcelona pavillon [und ein bißchen stolz ist auch dabei] und schließlich kriegen wir noch den vollen blick vom park güell aus, inklusive meer, sagrada familia, torre agbar, palast, barcelonischem städtebau und mehr meer. leider schließt der park um acht uhr bereits und so wird uns der blick auf 'barcelona bei nacht' leider verwehrt. wir kehren zurück zum hostel, stärken uns ein wenig und gehen zum hafen. hier befinden sich doch überraschend viele leute, die sich gerade in einem der zahlreichen fast-food-ketten stärken und dabei den herrlichen blick auf zahlreiche geschlossene klamottenläden geben. beim weg zurück 'an land' entdecken wir riesige fischschwärme im hafenbecken, die es sich zwischen den yachten offenbar gut gehen lassen. nachdem wir einer weiteren belästigung entfliehen können, wollen wir mit der u-bahn zum torre agbar fahren, um uns sein farbenspiel bei nacht anzusehen [architekten!]. jedoch landen wir irgendwo in der prärie und beschließen schussendlich, ohne 'good view', dafür aber mit der letzten bahn wieder zurück zu fahren. stattdessen suchen wir das schöne 'café babel' im barrio gótico auf. von hier aus können wir dann auch direkt in unser bettchen fallen. der sangría singt/sinkt uns in den schlaf.
am nächsten morgen starten wir die barcelona-ein-muss-nicht-nur-für-architekten-leider-sonst-müsste-man-weniger-lange-warten-gaudí-tour. wir startenmit dem la padrera, was von aussen doch eher 'schlicht', von innen aber mit geschmackvoller, märchenhafter gestaltung preist. nach besichtigung der appartements, der kunstausstellung und des dachbodens, in dem sowohl tragstruktur des daches als auch die modelle der gaudí-bauten zu sehen sind, genießen wir eine pause hoch oben auf dem dach. von hier aus hat man einen tollen blick auf die stadt, in die innenhöfe des hauses, und jede menge touristen in allen formen, farben und größen. 

den späten abend verbringen wir bei einem leckeren cocktail im barrio gótico. ein raum mit industriecharme und hohen decken, durch spärliche und bunt gemischte möblierung und eine einfache bar in eine gemütliche bar verwandelt. eine große aussicht öffnet den blick auf die kleine straße und die vorbeischlendernden menschen. kleine fotokunst an den grauen betonwänden macht lust auf das, was auf den flyern an aktuellen ausstellungen, vorführungen und lesungen empfohlen wird. wenn man die zeit findet.

der freitag morgen ist für das casa mila reserviert. wir wechseln uns in der schlange ab, was mir die gelegenheit gibt, noch ein foto von der alten fabrikhalle mit dem hübschen drahtgewirrwarr auf dem dach zu schießen. es befindet sich in einer nebenstraße der rambla, falls es jemand suchen sollte! inzwischen ist der abstand zum ticketschalter des casa mila geschrumpft und bald geht es hinein in das blaue treppenhaus. die lichtreflexion auf den fliesen, das starke blaub und die an angeschwemmtes holz erinnernden geländer, türen und fensterrahmen lassen mich unter die wasseroberfläche tauchen. zwischen noch immer genutzen etagen liegen einzelne, zur besichtigung freigegebene appartements. leider sind diese zum teil doch etwas karg ausgestattet, wie ich finde. außerdem ist das obere geschoss eine dienstmädchenunterbringung, deren badewannen heute wassersparend mit blauem tüll funktionieren. grünes spanien! der innenhof und das dach entschädigen jedoch für diese kleine geschmacksverirrung. im innenhof strahlt nicht nur das gaudí haus, sondern auch die häuser rundherum können mit bunten erkern, schmuckvoller verglasung oder hübscher 70er jahre architektur bei mir punkten. vom dach ist die aussicht auf hinterhof, barcelona und die rambla natürlich noch einmal besser. zudem funkelt die traufe, die wie das gerippe einer echse auf dem schuppendach sitzt, in der sonne. wir sind in der krone des hauses angekommen, die sich über die alte, schlichte fassade des hauses stülpt.
anschließend machen wir uns noch einmal auf den weg zum park güell. allerdings schließt das gaudí museum gerade vor unseren augen [wer dies sehen will, ist also besser vor drei uhr da]. eine kleine entschädigung bietet der abgriff eines schönen barcelona-notebooks im andachtsladen. wir genießen noch ein wenig die sonne und machen uns dann auf den weg, unsere gepackten koffer im hostel abzuholen.
unser zug nach valencia fällt aufgrund eines streiks leider aus und so sind wir gezwungen, noch weitere anderthalb stunden auf dem [gaudí hätte hier mal renovieren sollen...] bahnhof von barca zu verbringen. dafür weiß ich jetzt, dass die lottoscheinannahmestellenarbeiteren in der lottoscheinannahmestelle durch die kleine lottoscheinannahmestellentür unter der lottoscheinannahmestellentheke klettern muss. is ja auch mal gut zu wissen. außerdem können wir nun mit dem schnelleren zug mit mehr beinfreiheit und drei-fernseher-pro-abteil-zug fahren. und sind um halb zwölf wieder zu haus.

Donnerstag, 8. Mai 2008

:: valencia 0 [nuuuuuuull] : deutschland 1 [eeeeiiiins] ::

während ihr diesen nachmittag wohl schwitzend auf der terrasse, im freibad, im park oder mit grillen zelebriert, habe ich heute seit wochen das erste mal wieder eine lange hose an. 'looks like the opening sequence from the day after tomorrow...' - es regnet, und regnet, und regnet... und ich beineide wirlich nicht die, die das wochenende mallorca, valencia, barcelona oder madrid gebucht haben. auch im pool wird man nicht mehr naß, als draussen. die touristenbusse werden ihren oberen stock wohl geschlossen halten. die touristen werden trotzdem fahren, mit regenjacke, cape und wasserdichtem schutz für ihre digitalkamera. ich muss eh arbeiten. da meide ich lieber das schlittern auf dem glatten boden der altstadtplätze. verkrieche mich zuhause und trinke eine heiße schokolade. euch zuhause wünsche ich fröhliches eisspachteln!