Dienstag, 17. Juni 2008

:: epilog ::

olivia ist die erste, von der ich mich verabschiede. mit dem plan, anfang nächsten jahres nach wien zu kommen, trösten wir uns darüber hinweg, dass wir ab sofort auf telefon, messenger und e-mail angewiesen sind.
später klingelt es an der tür. es ist bereits nach eins, ich packe noch meine koffer und taschen und weiß nicht, ob und wie ich all das mitkriegen soll. zum glück sind tereza und merit offen für neues, sodass ich meine nicht mehr benötigten und nicht transportablen dinge guten gewissens los werde. mit einem lächelnden auge darauf, dass die zwei in vierzehn tagen auch ihre koffer packen müssen. und dann vermutlich leute suchen, die 'erben' wollen. um vier nehmen wir ein taxi. einige wenige hinweisschilder am flughafen lassen uns hoffen und bangen, dass mit meinem 20 kilo bücherhandgepäck und meiner überfüllten 'laptoptasche' alles gut geht. als wir im flugzeug sitzen dauert es keine 2 minuten, bis wir zwei schlummern. erst bei der landung in maastricht werden wir wach. nicht zuletzt wegen meiner schlafabstinenz weiß ich gerade noch nicht wirklich, ob freude oder traurigkeit überwiegen.
aber im zender wohnheim fühle ich mich zuhause.

Montag, 16. Juni 2008

:: schlaflos in valencia ::

es ist halb zwei durch, marén liegt schlummernd im bettchen und träumt von...wahrscheinlich von elfen, lieben geistern und schönen stränden. oder sowas. und ich, sitze im wohnzimmer. kann nicht schlafen, weil mein kopf noch beschäftigt ist. meine koffer halbvoll bepackt, aber bis an die grenze des möglichen gewichts. viele (klein-)teile sind noch übrig. morgen müssen wir noch ein letztes mal auf die uni fahren, einige sachen abgeben und geld einstreichen. viele stichpunkte schwirren in meinem kopf, und ich kriege keinen abstand. keine ruhe. kann nicht schlafen. es ist zu hell, zu warm, zu viel. ich will den moment genießen. eben saßen wir noch am plaza de la virgen. der fast volle mond stand über der kathedrale. eine andächtige szenerie, eine andächtige stimmung. vor zehn monaten kam ich her, vor zehn monaten suchte ich mir ein neues zuhause. ich suchte freunde, eine neue aufgabe, eine neue kultur. ich habe eine wohnung gefunden, eine neue stadt, ein neues zuhause. neue freunde, eine aufgabe, einen sinn. die ganze zeit wusste ich, dass es nicht für ewig sein sollte. und es war ok so. aber wenn der zeitpunkt gekommen ist, fällt es wahnsinnig schwer. ein teil meines lebens wird bald der vergangenheit angehören. ein teil meines herzens immer an valencia hängen, an dieser zeit, an diesem abschnitt meines lebens. wird meine erinnerung nicht mehr verlassen. und während ich hier sitze, am offenen fenster, bei gefühlten 17 grad, in einer lauen sommernacht, im sessel in unserem wohnzimmer, sauge ich den moment in mich auf. leise höre ich die stadt schlafen. und will es auch. will träumen von dem was kommt. aber kämpfe mit den erinnerungen in meinem kopf, die noch zu präsent sind, um sie zu abzuspeichern. sie lassen mich nicht los, sie halten mich wach. ich finde keine ruh.

Freitag, 13. Juni 2008

:: feddisch!! ::

nicht toll, aber vorbei. mein professor hat sich vermutlich scheckig gelacht, als ich ihm den examens-zettel in die hand gedrückt habe, aber ich bin fertig. durch, terminado, vorbei. 
jetzt lass ich mich von käse gegen baguette berieseln, genieße die laue sommernacht und gönne mir ein feierabendbierchen mit tereza. mehr will ich doch gar nicht.

:: mamá am telefon ::

ich sitze im computerraum der bibliothek, warte ungeduldig dass es 4 uhr ist und ich mein examen schreiben kann. habs auf heute verschoben, damit ich am wochenende frei bin, wenn marén kommt.
alles ganz ruhig hier, nur das getippse auf den tastaturen ist zu hoeren. ein gleichmaessiges tipptapp. ploetzlich steht ein junge auf. keiner hat gehoert, dass sein handy geklingelt hat, es war auf vibration. laut fragt er 'mamá?!' und bemerkt nicht, dass alle koepfe sich zu ihm drehen. und grinsen.

Mittwoch, 11. Juni 2008

:: sechs. 6. S-E-C-H-S. ::

1+2+3=6. sechser im lotto. 2 mal 3 macht sechs, widdewiddewitt. sechspass. schneeflocken. sechstagerennen. insekten. teufel. 666. 6 tage zur welterschaffung, bisheriger rekord. sechstagekrieg. simon rolfes. sechszylindermotor. noch 6 tage in valencia.

Dienstag, 10. Juni 2008

:: na klar ::


na klar freu ich mich für spanien. ein torhagel, am ende steht ein 4:1. aber eigentlich ist das gerade unwichtig. donnerstag ist wichtig, genauso wie sonntag es war. und um halb elf steht der einzug ins viertelfinale dann fest, so muss das. und so wird es kommen. mit einer tollen mannschaft, mit tollen toren, mit ein bisschen glück. und dann schauen wir, was die anderen machen. spanien, schweden, holland. die kriegen wir dann auch noch. fahne raus und losgeschwenkt.

Montag, 9. Juni 2008

:: ein stück architekturkritik ::














kritik muss ja nicht immer negativ sein. und spaniens neue architektur nicht immer funktional abscheulich. zumindest nicht, wenn zwei schweizer sie schaffen. ich rede vom 'caixa forum' nahe dem retiro, in madrid. gebaut haben herzog & de meuron. und nicht erst seit diesem projekt sind sie ein büro, das ich wegen diverser eigenheiten, methoden und resultate bewundere. am anfang steht die sensibilisierung mit jeder entwurfsaufgabe, derer es hier vielfältigste gibt: stadien, shops, museen, philharmonien, bibliotheken. dazu kommt eine sensibilität, mit der sie die orte und deren geschichte, die umgebung und den charakter der 'nachbarn' in die neue architektur mit einbeziehen. im falle des caixa forums: einen platz, ein altes haus, eine alte brandwand, und mehr benötigte fläche. das resultat: das gesamte museum wird aufgebockt und schwebt in der luft. gerade mal an 3 punkten gibt es eine verbindung zum boden. das rundherum umgehbare haus wird so auch 'untergehbar'. eine treppe führt ins foyer, das schauplatz eines james-bond-filmes der 70er jahre sein könnte. aluminiumverkleidungen auf dem boden, an decken und wänden. neonröhren beleuchten raum, dunkle holzmöbel mit klarer, schlichter struktur und violette polstermöbel. die ersten drei stockwerke befinden sich im alten gebäudeteil. die alten rundbögenfenster sind mit backsteinen zugemauert, eine dünne aluminiumleiste bildet den unteren abschluss. über den satteldächern des alten teils schließt sich eine mit voroxidierten stahlplatten verkleidete fassade an. die fassadenelemente sind quadratisch und leuchten in orange-rostbraun herrlich vor dem blauen himmel. zusätzlich ist die alte brandwand des benachbarten hauses mit strahlendem grün diverser pflanzen überzogen, ein vertikaler dschungel. um den bereich des cafés im oberen geschoss sind die platten mit einem fassadenmuster durchbohrt, das so licht ins innere des gebäudes bringt und einen herrlichen ausblick ins grün des retiros und auf die umgebenden hausdächer erlaubt. wenn man im treppenhaus herabschreitet, dann staunt man über die ausgeräumtheit dieses im schlichten beton gehaltenen raumes, in dem die besucher selbst als sich bewegendes objekt geradezu zur schau gestellt werden. eine tolle symbiose aus funktion und architektur. einfach schön!

Sonntag, 8. Juni 2008

:: autsch! ::

das tut weh. mir, im herzen. auch wenn ich nicht direkt betroffen bin. eigentlich überhaupt nicht. naja doch, vielleicht schon. mein deutsches herz krümmt sich. der deutschen liebsten spielzeug ist betroffen, das auto. ein münchener werk, geparkt in madrid. gefahren offensichtlich von einem spanier. nicht nur, dass sie über rote ampeln fahren, sie rennen in fünfspurigen kreisverkehren fahren, und ihre spitze in 2,20m straßen der altstadt probieren. sie sind auch nicht wirklich für ihre einparkkünste berühmt. so bekam ich vor einiger zeit live den beweis vor augen geführt, dass stoßstangen tatsächlich zum an- und abstoß da sind. ich dachte immer, die metallenen halten nix mehr aus, man sieht jeden kratzer und nachher ist wenigstens ne delle drin. aber lasst euch gesagt sein, liebe übervorsichtige, pingelige und vorsichtige deutschen: sie halten, was sie versprechen! so konnte der autofahrer, nachdem er nicht allzu unheftig gegen den pöller geprallt war, der glücklicherweise die sammelmülltonne schützt, ungehindert weiter seinen 10-züge-einparkvorgang vortsetzen.
aber jetzt blutet mein herz. hier steht er, ein anblick wie ein eben in den rücken gestochener stier in der arena. ein roter 1er bmw, die vordere rechte ecke ist tief in die gefilde des pfostens eingedrungen. sie knutschen. und hören nicht mehr auf. offensichtlich hat dies selbst den autofahrer nicht gestört, der den wagen gleich mal so stehen ließ. und vermutlich mit 3.4 promille nach hause getorkelt ist. vermutlich reparabel, der schaden am auto. auch wenn es wohl nie dazu kommen wird. aber wer repariert den schaden an meinem deutschen autoherzchen?

Samstag, 7. Juni 2008

:: elf. 11. E-L-F. ::

elferrat. 11 freunde. schnapszahl. elfter elfter, elf uhr elf. elfer raus. elfer. gruppe 11. die 11er. X1. miro klose. noch 11 tage in valencia.