

kritik muss ja nicht immer negativ sein. und spaniens neue architektur nicht immer funktional abscheulich. zumindest nicht, wenn zwei schweizer sie schaffen. ich rede vom 'caixa forum' nahe dem retiro, in madrid. gebaut haben herzog & de meuron. und nicht erst seit diesem projekt sind sie ein büro, das ich wegen diverser eigenheiten, methoden und resultate bewundere. am anfang steht die sensibilisierung mit jeder entwurfsaufgabe, derer es hier vielfältigste gibt: stadien, shops, museen, philharmonien, bibliotheken. dazu kommt eine sensibilität, mit der sie die orte und deren geschichte, die umgebung und den charakter der 'nachbarn' in die neue architektur mit einbeziehen. im falle des caixa forums: einen platz, ein altes haus, eine alte brandwand, und mehr benötigte fläche. das resultat: das gesamte museum wird aufgebockt und schwebt in der luft. gerade mal an 3 punkten gibt es eine verbindung zum boden. das rundherum umgehbare haus wird so auch 'untergehbar'. eine treppe führt ins foyer, das schauplatz eines james-bond-filmes der 70er jahre sein könnte. aluminiumverkleidungen auf dem boden, an decken und wänden. neonröhren beleuchten raum, dunkle holzmöbel mit klarer, schlichter struktur und violette polstermöbel. die ersten drei stockwerke befinden sich im alten gebäudeteil. die alten rundbögenfenster sind mit backsteinen zugemauert, eine dünne aluminiumleiste bildet den unteren abschluss. über den satteldächern des alten teils schließt sich eine mit voroxidierten stahlplatten verkleidete fassade an. die fassadenelemente sind quadratisch und leuchten in orange-rostbraun herrlich vor dem blauen himmel. zusätzlich ist die alte brandwand des benachbarten hauses mit strahlendem grün diverser pflanzen überzogen, ein vertikaler dschungel. um den bereich des cafés im oberen geschoss sind die platten mit einem fassadenmuster durchbohrt, das so licht ins innere des gebäudes bringt und einen herrlichen ausblick ins grün des retiros und auf die umgebenden hausdächer erlaubt. wenn man im treppenhaus herabschreitet, dann staunt man über die ausgeräumtheit dieses im schlichten beton gehaltenen raumes, in dem die besucher selbst als sich bewegendes objekt geradezu zur schau gestellt werden. eine tolle symbiose aus funktion und architektur. einfach schön!
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